Shomen
Shomenstil der ANKF
"Die Übung von Kyudo kultiviert Gleichgewicht und Harmonie.
Kyudo ist ein Weg, uns selbst und andere besser zu verstehen."
Onuma sensei in "Kyudo" von Dan DeProspero (siehe Literaturliste)


Der Shomen-Stil (Shomen = Heben des Bogens vor der Körpermitte), wie er im Manual der Zen Nihon Kyudo Renmei 1953 beschrieben wird, geht im Kern weitgehend auf den Ansatz Toshizane Hondas zurück. Honda war um 1900 Kyudo-Lehrer an der Kaiserlichen Universität in Tokyo. Er unterrichtete eine neue Form des Kyudo, in die er Elemente der ursprünglich kriegerischen Bogentechnik und der zeremoniellen Formen des Kyudo der traditionellen Kyudo-Schulen integrierte. Hondas Stil stieß auf großes Interesse.
Onuma sensei
9. Dan Hanshi
einer der Begründer des heutigen Shomenstils und Shomenlehrer etwa seit 1950
Förderer des Shomenstils in Europa

Foto: Isar Dojo München 



Kamogawa sensei
10. Dan Hanshi
langjähriger ANKF-Präsident


erster Vorsitzender des am 3. Mai 2006 gegründeten internationalen Kyudoverbandes (IKYF)


Foto: EKF-Lehrgang in Brüssel/2002


 

John C. Bush
6. Dan Renshi
offizieller Lehrer und Betreuer der deutschen Shomenschützen von 1990 bis 2005

DKyuB-Ehrennadel 2003
 

Don Slade-Southam
5. Dan
ehemaliger Vizepräsident der EKF (Europäischen Kyudo Federation);
betreute zusammen mit John Bush viele Jahre die deutschen Shomenschützen
Matthias Obereisenbuchner
4. Dan
ältester deutscher Shomenschütze und Sprecher des Shomenkreises
Verfasser des Lehrbuchs: "Kyudo - Der Weg des Bogens" (siehe Literaturliste)
BJV Ehrennadel in Gold 



Lilo Reinhardt
5. Dan Renshi
höchstrangige deutsche Shomenschützin
Mitglied im Ältestenrat des DKyuB
Europameisterin 1997

DKyuB Ehrennadel in Silber 

 
Der Erfolg des neuen Stils führte dazu, dass Kyudo nicht länger unter alleiniger Kontrolle der traditionellen Schulen blieb. Die traditionellen Schulen waren im wesentlichen die auf Masatsugu Hekidanjo zurückgehenden Schulen, welche Hekidanjos effiziente Technik des Bogenschießens (> Heki-Ryu-Insai-Ha) überlieferten, und die Ogasawara-Schule, die den zeremoniellen, höfischen Stil (nicht nur des Kyudo) und Kisha (das Bogenschießen vom Pferd) lehrte. Nachdem in den 20er und 30er Jahren mehr und mehr Menschen in Japan Kyudo üben wollten, war man damals daran interessiert, einen gemeinsamen Standard für das Üben von Kyudo zu etablieren. Die Dai Nippon Butoku Kai erreichte schließlich nach langen und kontroversen Diskussionen 1934 eine Vereinbarung, die von den traditionellen Schulen allerdings schon nach einem Jahr verworfen wurde. Die Form der Dai Nippon Butoku Kai nahm sowohl Elemente der Ogasawara-Ryu und Honda-Ryu, als auch der Heki-Ryu auf. Die Elemente des Bogenschießens als Kampfkunst waren in dieser Form stärker repräsentiert als im Stil der Honda-Ryu.
Die von der 1949 gegründeten Zen Nihon Kyudo Renmei (Gesamtjapanischer Kyudoverband, jetzt ANKF: All Nippon Kyudo Federation) festgelegten und 1953 herausgegebenen Standards für das Kyudo orientieren sich an dem Modell der Dai Nippon Butoku Kai aus den 30er Jahren und dem Honda-Stil, allerdings nun mit einer stärkeren Betonung zeremonieller Elemente und dem Bestreben, die Elemente der Technik, den Bogen als eine Waffe effizient zu nutzen, in den Hintergrund zu stellen. Hideharu Onuma, 9. Dan Hanshi, selbst von Kindheit auf in der Tradition der Heki-Ryu Sekka Ha aufgewachsen und das 15. Oberhaupt dieser Schule lehrte etwas seit 1950 den Shomen-Stil.

Auszug aus der Shomen-Seite von M. Obereisenbuchner auf der Homepage des DKyuB:
kyudo.de

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